Korn und Getreidequalität

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Basis für die Getreidequalität legt der Landwirt mit der Bestellung der Felder. Der Landwirt entscheidet, welche Sorte er anbaut, um die optimale Getreide-Qualität für diesen Standort zu erreichen. Bevor die Mühle eine Getreidelieferung annimmt, wird die jeweilige Qualität im Labor und in der Bäckerei ermittelt. Stimmt die Qualität des Getreides nicht, nehmen wir die Lieferung nicht an. Hochwertiger Weizen muss meist aus sonnigeren Ländern importiert werden.   Das Labor entnimmt dem angelieferten Getreide Proben und untersucht dieses genauestens auf Reinheit, Feuchtigkeit, Eiweißgehalt und Stärkeeigenschaften. Das sind nämlich die wichtigen Qualitätsfaktoren, die für die Lager-, Mahl- und Backeigenschaften entscheidend sind. In enger Zusammenarbeit mit der Versuchs-Bäckerei werden weitere Kornanalysen, Probevermahlungen und Backversuche durchgeführt, um zu ermitteln, ob das Getreide den hohen Anforderungen, z.B. für Brot- und Brötchenmehle entspricht. Auch auf Schädlingsfreiheit, Rückstände, Schwermetalle und Pilze wird das Getreide untersucht. Das Korn wird also richtig "unter die Lupe" genommen.

Wienern für strahlende Reinlichkeit

 

Die Kunst der Müllerei

Eine gute Mehlqualität ist nur durch zahlreiche Reinigungsprozesse möglich. Denn bei der Getreideernte gelangen Stroh, Steinchen, fremde Körner in das Getreide und die müssen raus. Entfernt werden sie mit Hilfe von Gebläsen, Sieben, Bürstverfahren, Magneten und Steinauslesern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: reines sauberes Getreide.   Der Walzenstuhl ist seit ca. 150 Jahren die wichtigste Mahlmaschine in der Müllerei. In dem Walzenstuhl befindet sich ein geriffeltes oder ein angerautes Walzenpaar, das ähnlich wie ein Zahnrad funktioniert. Zwei Walzen bewegen sich gegeneinander in gegenseitiger Richtung. Hier wird der Mehlkern in mehreren Arbeitsgängen schonend von den Schalenteilen gelöst. In mehreren Stufen entsteht nicht nur Mehl, sondern auch Kleie, Schrot und Grieß. Bei jedem Mahlvorgang im Walzenstuhl entstehen unterschiedlich große Kornteile. Durch zahlreiche Siebvorgänge im Plansichter werden diese Kornteilchen nach der Größe sortiert und voneinander getrennt. Die größeren und mittleren Kornteile werden erneut im Walzenstuhl gemahlen, die kleinen Mehlteilchen werden ins Mehlsilo transportiert.

Regelmäßige Qualitätsprüfungen

     
Bevor unser Diamant-Mehl die Mühle verlässt, muss es die letzte Qualitätskontrolle bestehen. Dazu werden Proben der Zwischen- und Endprodukte aus der Produktion genommen. Anhand der Proben lassen sich Mehle nach Wunsch herstellen, die ganz speziellen Backanforderungen gerecht werden. Insbesondere für die Industrie werden verschiedene Mehlerzeugnisse vermischt, um die optimalen Backeigenschaften zu erreichen. Alle Mehle, ob gemischt oder nicht, werden zum Schluss in einem Backversuch getestet.